Waldameisen stehen seit über 200 Jahren unter Naturschutz

In den Pfingstferien 2006 haben wir unser regelmäßiges Angebot der festen Kindergruppen durch zwei offene Veranstaltungen ergänzt.

Am Mittwoch, den 7. Juni 2006 trafen wir uns am Flintsbachspielplatz und wanderten Richtung Roggersdorf. Unterwegs haben wir riesigen Ameisenhaufen gesucht und mehr über die Lebensweise der kleinen Waldbewohner erfahren.

Wer kennt sie nicht die kleinen Insekten mit 6 Beinen deren Hinterleib und Brust durch einen dünnen Stiel verbunden sind, die von morgens bis abends ihre präzis markierten Strassen auf der Suche nach Futter und Baumaterial entlang spazieren.

In den Nadelwäldern rund um Holzkirchen kann man aber auch die bis zu 2 m aus Zweigen und Nadeln aufgeschichteten hohen Haufen, beobachten, Nester der Waldameise. Dieses ist allerdings nur der sichtbare obere Nestteil, der Bau kann sich mit unterirdischen Kammern bis in 2 m Tiefe fortsetzten. Dies ist ein wahres Kunstwerk, denn der Ameisenbau muss stets durchlüftet werden, so dass es auch im Hochsommer zu keiner Überhitzung kommt. Alle Gänge müssen so angelegt werden dass Regenwasser gut abfließen kann. Im Winter werden alle Gänge verschlossen, da sich die überlebenden Ameisen in den unterirdischen Teil zurückziehen. Der obere Teil dient dann als Frostschutz.

In Deutschland gibt es 13 Hügel bauende Waldameisenarten. Die bekanntesten sind die große rote Waldameise und die kleine rote Waldameise.

Waldameisen erfüllen wichtige Aufgaben im Ökosystem Wald.
- sie verbreiten Samen,
- dienen viele Tieren als Nahrungsquelle,
- erbeuten Hunderte verschiedene Raupen und Larven darunter auch Forstschädlinge, und
- verbessern durch ihre Bautätigkeit den Boden.

Deshalb stehen Waldameisen seit über 200 Jahren unter Naturschutz.

Da die Bestände in den letzten Jahrzehnten immer mehr zurückgehen werden fast alle Arten in der Liste der gefährdeten Tierarten geführt. Die Gründe dafür sind vielfältig, seien es Baumaßnahmen aller Art durch welche die Nester zerstört werden, seien es der Insektizideinsatz zur Bekämpfung von Forstschädlingen oder die mutwillige Zerstörung oder Beschädigung der Nester durch Menschen.

Durch Aufklärung versuchen Umweltverbände dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Schon gewusst?
- eine Million Waldameisen wiegen nur 7 kg
- eine Waldameisenarbeiterin kann etwa das 40-fache ihres Eigengewichtes tragen
- ein großes Waldameisenvolk kann an einem Tag bis zu 100.000 Beutetiere verzehren.