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Wölfe im Landkreis Miesbach und Umgebung

Der Bund Naturschutz setzt sich auch im Landkreis Miesbach für eine friedliche Koexistenz von Mensch und Wolf ein.
Mehr Informationen gibt es auf den Seiten des Landesverbands.

Appell zum Tag des Wolfes am 30. April 2021

Das Jagdrecht ist keine Lösung

Vor kurzem wurde ein durchziehender Wolf im Landkreis Miesbach in der Nähe des Seehamer Sees gesichtet. Danach wurde auch in unserem Landkreis wieder die Forderung nach einer Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht laut. Wir verstehen zwar die Betroffenheit der Weidetierhalter, finden aber, dass leider wieder einmal die falschen Schlüsse gezogen werden. Weidetiere lassen sich nicht mit dem Gewehr schützen. Wer dies fordert landet in einer Sackgasse, die den Herdenschutz vernachlässigt und insgesamt eher zu mehr Rissen führen wird.
Deshalb fordert der BN schon seit Jahren die Bayerische Staatsregierung auf, die Herdenschutz-Förderung flächendeckend in Bayern zugänglich zu machen - zumindest den Schafhalter/innen. Im Landkreis Miesbach sind bisher lediglich einzelne, durchziehende Wölfe in einem sehr großen Abstand von jeweils mehreren Jahre gesichtet worden. Schutzmaßnahmen dagegen sind natürlich nicht einfach, aber die Freigabe zum Abschuss würde auch keine funktionierende Lösung darstellen. Nur präventive Maßnahmen können hier helfen, damit durchziehende Wölfe schon früh lernen, dass es für sie bei den Schafen nicht so leicht etwas zu holen gibt. Dabei muss der Freistaat Bayern helfen, auch wenn es natürlich nie einen vollständigen Schutz gegen Wolfsrisse geben wird.
Der ständige Ruf nach leichteren Abschüssen verkennt die Sach- und Rechtslage und wiegt Weidetierhalter in dem falschen Glauben, dass mit vereinfachten oder vermehrten Abschüssen ihre Tiere vor Wolfsangriffen geschützt werden können. Auch im Landkreis Miesbach scheint dieser Irrglaube weit verbreitet zu sein. Auf welch tönernen Füßen diese Ansicht steht, läßt sich schon daran erkennen, dass der jetzige Wolf erst in der Nähe des Seehamer Sees bemerkt wurde. Wahrscheinlich hat er den Landkreis Miesbach inzwischen bereits wieder verlassen. Wandernde Wölfe werden auch immer wieder Risse an Weidetieren verursachen, was sich nur durch eine totale Ausrottung des Wolfes in Bayern und auch in seinen Nachbarländern verhindern ließe. Diese Alternative ist aber weder wünschenswert noch überhaupt erreichbar. Wir werden also weiterhin mit den bisher ja sowieso extrem seltenen Besuchen von Wölfen auch in unserem Landkreis zurecht kommen müssen. Gerade am Tag des Wolfes sollten wir uns über die Sichtung des Wolfes im Landkreis Miesbach freuen, die zeigt, dass man auch in unserer Kulturlandschaft Natur nicht vollständig ausrotten kann.

Ein Wolf im Nachbarlandkreis unterwegs

Ende März 2014 wurde im Gebiet zwischen Brannenburg und Oberaudorf eine Rothirschkuh von einem Wolf gerissen. Damit hat sich bewahrheitet, was schon vor 3 Jahren gesagt wurde: der nächste Wolf kommt bestimmt. Inzwischen ist der Wolf anscheinend wieder weitergezogen, obwohl nicht bekannt ist, wo er sich zur Zeit aufhält.
Laut Aussage von Herrn Wölfl, dem Zuständigen beim Landesamt für Umweltschutz für das Wildtiermanagement bei großen Beutegreifern werden wir zukünftig mit noch kürzeren Abständen bei den Durchzügen von Wölfen rechnen müssen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Wölfe dauerhaft bei uns bleiben wollen. Unser Gebiet ist auf jeden Fall geeignet dafür.
Bei einer „Landkreisrunde Wolf“ wurden leider wieder Forderungen nach „Wolfsfreien Zonen“ laut. Dies kann aber nicht die Lösung sein. Auch die Almbauern werden lernen, mit dem Wolf zurechtzukommen. Eine Koexistenz von Wolf und Schafhaltung muss möglich sein. Einfache Patentrezepte dafür gibt es aber nicht.

Ein erster Wolf im Landkreis Miesbach

Im Winter 2009/2010 machte sich erstmals ein Wolf im Landkreis Miesbach bemerkbar. Deshalb hat die Kreisgruppe Miesbach im Februar 2011 eine Informationsveranstaltung zum Wolf abgehalten. In der dazugehörigen Presseinformation forderte die BN Kreisgruppe dazu auf, mit dem Wolf leben zu lernen.

Nach der sehr gut besuchten Veranstaltung war für die BN Kreisgruppe klar: Schluss mit der Hetzkampagne gegen den Wolf